Vorpraxis und studienbegleitende Praktika

Was bedeutet Vorpraxis?

Viele Fachhochschulen und Technische Hochschulen verlangen von den Studienbewerbern, dass sie vor Beginn des Studiums bereits praktische Erfahrungen sammeln. Damit soll die Verbindung von Theorie und Praxis im Studium vergrößert werden. Diese Vorpraktika sind in der Regel 10 – 13 Wochen.

 

Bei manchen Hochschulen muss die gesamte Vorpraxis vor Beginn des Studiums abgeleistet werden, bei anderen (z.B. HAW und TU Hamburg) reicht es, wenn in den ersten Semestern des Fachstudiums der Nachweis über die Vorpraxis erbracht wird. Da aber das Studium sehr arbeitsintensiv ist und in den Semesterferien wenig Zeit bleibt, sollten Sie unbedingt vor Beginn des Studiums einen Teil der Vorpraxis absolviert haben.

 

Nutzen Sie die Zeit zwischen Studienkolleg und Studienbeginn für das Vorpraktikum!

 

Bevor Sie ein Praktikum beginnen, sollten Sie sich über die genauen Vorschriften informieren, damit Ihnen das Praktikum auch anerkannt wird. Wichtige Fragen sind dabei:

  • Wie lange dauert das Vorpraktikum?
  • Muss ich es an einem Stück absolvieren oder kann ich es in mehrere Zeitabschnitte aufteilen?
  • Kann ich einen Teil des Praktikums im Ausland absolvieren?
  • Werden mir frühere Tätigkeiten, z.B. im Heimatland, als Praktikum anerkann?
  • In welchen Bereichen muss ich das Praktikum absolvieren?
  • In welcher Form muss das Praktikum dokumentiert werden (z.B. Führen eines speziellen Berichtshefts)?

Recherchieren Sie im Internet mit den Begriffen "Richtlinien Vorpraxis", dem Namen der Hochschule und der genauen Studienfachbezeichnung oder gehen Sie in das Praxisbüro der entsprechenden Hochschule.

Studienbegleitende Praktika

Selbst wenn Sie durch die Studienordnung nicht verpflichtet sind, ein Vorpraktikum oder ein studienbegleitendes Praktikum zu absolvieren, ist es trotzdem unbedingt zu empfehlen. Es ist in Deutschland sehr schwer, einen qualifizierten Arbeitsplatz zu bekommen, wenn Sie keinerlei praktische Erfahrungen in der Arbeitswelt haben. Ein Praktikum ist dabei ein guter Weg, um diese Erfahrungen nachzuweisen. Lassen Sie sich daher immer ein Zeugnis am Ende eines Praktikums ausstellen, in dem alle Ihre Tätigkeitsbereiche aufgelistet sind. Diese Zeugnisse sollten Sie dann später Ihren Bewerbungen beilegen.

Wie finde ich einen Praktikumsplatz?

Es ist nicht leicht, einen guten Praktikumsplatz zu finden. Die Hochschulen vermitteln für Praktika meist keine Plätze, d.h. Sie müssen sich Ihr Praktikum selbst suchen.

  • Die Hamburger Hochschulen bieten auf dem Jobportal Stellenwerk auch Praktikumsplätze für verschiedene Unternehmen. Dieses Jobportal ist übrigens auch gut geeignet für die Suche nach studentischen Nebenjobs.
  • ür kaufmännische Unternehmen bei der Praktikumsbörse der Handelskammern.
  • Für handwerkliche Berufe in Hamburg gibt es eine Praktikumsbörse (auch als App für Smartphones „Lehrstellenradar“)
  • Für kleine/mittlere Betriebe: Suchen Sie in dem Hamburger Branchenverzeichnis, den Gelben Seiten, nach Unternehmen, die in Ihrer Nähe sind.
  • Wenn Sie schon Firmen kennen, bei denen Sie gern bewerben möchten: Auf der Homepage der meisten Unternehmen gibt es unter dem Punkt "Karriere" auch Aussagen darüber, in welchen Bereichen die Firma Praktikanten einstellt.
  • Bei der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit
  • Es lohnt auch, bei privaten Jobbörsen wie Monster, JobBörse oder StepStone zu suchen. 

Bedenken Sie aber, dass, wenn Praktikumsstellen leicht zu finden sind (wie z.B. auf Online-Praktikumsbörsen), sich auch viele andere Studierende bewerben werden.

Wenn Sie während des Studiums ein Praktikum suchen, kann es auch sinnvoll sein, sich in beruflichen sozialen Netzwerken anzumelden und dort ein Profil zu erstellen (z.B. LinkedIn)

Wie bewerbe ich mich um einen Praktikumsplatz?

Die Fristen, wann Sie sich bewerben sollten, sind sehr unterschiedlich. Bei einigen großen Firmen wie Airbus sollten Sie sich ca. ein Jahr vorher um einen Praktikumsplatz bewerben, bei kleinen (Handwerks)Betrieben kann es auch recht kurzfristig sein.

  • Falls Sie sich nicht auf eine konkrete Bewerbungsanzeige bewerben: Rufen Sie zunächst die Firma an, ob sie Praktikanten beschäftigen.  
  • Die Bewerbungsunterlagen müssen in fehlerfreiem Deutsch sein: Fragen Sie evtl. rechtzeitig Ihren Deutschlehrer.
  • Normalerweise umfasst eine Bewerbung mindestens ein Anschreiben und einen tabellarischen Lebenslauf. Beide müssen unbedingt individuell auf das Praktikum zugeschnitten sein, d.h.keine Standardbewerbungen (z.B. aus dem Internet) verwenden.
  • Bei kleineren Handwerksbetrieben sollten Sie vorbei gehen und direkt den Chef nach einem Praktikum fragen.